Hoffendlich !

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GIBT ES FÜR MICH GRÜNDE, HOFFNUNGSVOLL ZU SEIN?
Eine Frau Mitte fünfzig liegt im Krankenhaus. Tag für Tag lässt sie die Untersuchungen über sich ergehen, aber sie fürchtet sich vor der Diagnose. Sie hat viel erlebt und manches mitgemacht. Die Kinder sind aus dem Haus, die Verhältnisse sind geordnet. Fragen gehen ihr durch den Kopf: Ist das der Anfang vom Ende? Gibt es noch Hoffnung für mich?

Wir leben in einer Zeit, in der Hoffnung ein rares Gut geworden ist. Nicht nur aufgrund von Krankheiten, sondern auch durch die Konfrontation mit vielen schlechten Nachrichten wächst die Gefahr, hoffnungslos zu werden, dunkle Schatten heraufziehen zu sehen. Dabei wäre es das Verkehrteste, was wir tun könnten, wenn wir die Hoffnung auf eine gute Zukunft verlieren würden.

Hoffnung braucht eine Quelle: weshalb kann ich hoffen? Christen haben Antworten auf diese Frage: "Sorgt nicht für Morgen!" (Matthäus 6,34) sagt Jesus. Er lädt dazu ein, dem Vater im Himmel zu vertrauen, dass er für uns sorgen wird. Die Jahreslosung zeigt uns, dass nicht Chaos und Untergang auf uns wartet, sondern Gutes, Neues, Schönes: Gott spricht: "Siehe, ich mache alles neu!" (Offenbarung 21,5). Der russische Schriftsteller Dostojewski hat im Straflager Menschen erlebt, die jede Hoffnung auf ein Leben in Freiheit verloren hatten. Vor diesen Mitgefangenen hat er sich sehr gefürchtet, denn sie waren von allen Straftätern die Gefährlichsten. Im Gegensatz dazu können hoffnungsvolle Menschen für andere wie ein Licht in einer dunklen Nacht sein. Hoffnung wächst, wenn wir sie mit anderen teilen.

Besonders wichtig ist es für Eltern, dass sie ihren Kindern innere Stärke mitgeben auf ihren Weg durch diese hoffnungsvolle Sicht: am Ende wird alles gut ausgehen! Es hilft so viel, die Kinder nicht mit dunklen, sorgenvollen Gedanken zu belasten, sondern ihnen zu zeigen, wo sie etwas tun können für eine bessere Welt und ihnen diesen Glauben an den Gott weiterzugeben, der
alles in seiner Hand hat, auch wenn es im Leben manchmal drunter und drüber geht.

Dietrich Bonhoeffer hat im Gefängnis ganz von der Hoffnung gelebt, die ihm Gott geschenkt hat. In einem seiner Briefe hat er geschrieben: "... wie groß ist die Macht, die eine absolut begründete Hoffnung für das Leben hat, und wie unbesiegbar ist so ein Leben. Christus unsere Hoffnung - … (das) … ist die Kraft unseres Lebens."

Diesen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft wünsche ich Ihnen!
Ihr Pfr. Markus Hägele